Sie kommen nicht mit Blaulicht und tragen auch keine weißen Kittel, und doch müssen sie hin und wieder die "ärztliche Schweigepflicht" wahren: die Pflanzendoktoren. Die gibt es wirklich, und im Notfall rücken sie aus. Einer von ihnen ist Jenne Packwitz. Der mobile Pflanzendoktor macht Haus- und Gartenbesuche und hilft kränkelnden Pflanzen sowie sorgenvollen und ratlosen Gartenbesitzern.
Ein kurzer Blick auf die Blätter des Rhododendrons und Jenne Packwitz stellt die Diagnose: Ein Wurzelpilz ist schuld, dass die 40 Jahre alte Pflanze in einem gepflegten Garten in Kleinmachnow ihre Blätter hängen lässt. Die passende Behandlung kann er dem Gartenbesitzer auch gleich mitteilen: "Alles, was befallen ist, abschneiden und dann machen Sie eine Pflanzenschutzkur." Das entsprechende Mittelchen hat er in seinem knallgelben Lieferwagen, der so was wie seine mobile Apotheke ist.
Einmal nicht hingeschaut, und schon bekommt der Rhododendron braune Knospen. Einmal zu wenig gegossen, und der Bambus bedankt sich mit gelben Spitzen. Manchmal opfert man sogar kostbare Pflanzen, weil die eigenen Pflegemethoden nicht funktionieren. Bevor es zu spät ist, kann der Berliner Pflanzendoktor (Trakehner Allee 1a, Charlottenburg, Tel. 30 09 07 27) helfen. Der kommt nach Vereinbarung direkt zu Ihnen nach Hause und begutachtet vor Ort Garten, Terasse oder Balkon.
Es ist 10 Uhr morgens und der Berliner Pflanzendoktor vom Holländer am Olympiastadion besucht seinen ersten Patienten, einen Pfeilbambus (Pseudosasa japonica ‚Metake’), der seit einem Jahr nicht mehr gewachsen ist. Mit viel Liebe und vor allem mit viel Muskelkraft hat das Ehepaar aus Gatow ihren vier Bambuspflanzen ein besonders schönes Plätzchen in ihrem Garten gegeben, frische Erde beim Einpflanzen hinzugegeben und auch für ausreichend Nahrung gesorgt, aber trotzdem wollen die vier Bambuspflanzen nicht wachsen.
Deutschlands erster mobiler Pflanzendoktor Jenne Packwitz unterwegs in Berlin und Brandenburg. Ein kurzer Blick genügt, dann steht die Diagnose fest: »Der Rhododendron hat zu wenig Nährstoffe«, sagt Jenne Packwitz. Deshalb sind die Blätter auch so blass. »Außerdem ist das hier nicht der richtige Standort«, betont der junge Mann. »Zu viel Sonne, die Moorbeetpflanze braucht Halbschatten.« Klare Worte für den ersten Kunden an diesem Tag.